subna hus

subde eerste siet

subde tweede siet

subde dörde siet

subde veerde siet

subde fiefde siet

subde sösde siet

subde söbente siet

de söbente siet

das nydamboot - die fischersiedlung holm an der schlei

das nydamboot

ein kriegsschiff aus dem moor

nydammodell
das boot im modell

  in den sommerferien war der in flensburg tätige lehrer helvig conrad engelhardt einmal wieder in südjütland, am alsensund nahe der stadt sonderburg, als archäologe unterwegs. 1859 begann er dort im moor zu graben und fand bis 1863 drei boote, von denen aber nur eines vollständig geborgen werden konnte. das nydamboot. Eine odyssee begann.
  das wahrscheinlich um 320 n. chr. als opfergabe versenkte boot wurde nach flensburg transportiert und dort der allgemeinheit zugängig gemacht. Engelhardt, in kopenhagen geboren und dänisch gesinnt, floh um 1864 vor den im schleswiger krieg heranrückenden preußen. Viele teile seiner sammlung begleiteten ihn, das boot aber mußte er zurücklassen. Es wurde auf dem speicher des gerichtsgebäudes flensburg versteckt. Nach dem wiener frieden aber gingen die kabbeleien zwischen dänemark und deutschland weiter. Dänemark mußte die teile der engelhardt sammlung zurückgeben. Diese zog nach der reichsgründung 1871 nach kiel und wurde zum museum für vaterländische altertümer. 1877 kam auch endlich das boot nach kiel. 1920, der erste weltkrieg war vorbei, grenzen wurden neu gezogen, nordschleswig wurde dänisch, die fundstelle auch. nun verlangte die eine seite das boot, die andere alle vor den kriegen verschleppten kulturgüter aus den herrenhäusern und schlössern schleswig-holsteins. Man kam sich entgegen, alles blieb, wie und wo es war. im zweiten großen krieg wurde kiel zum ziel der alliierten angriffe. in einer nacht-und nebelaktion verbrachte man das boot nach mölln und versteckt es dort auf dem möllner see. Unversehrt ging nach kriegsende die reise zurück nach schleswig, nicht nach kiel. es wurde teil des archäologischen landesmuseums zu gottorf und ist heute in einer eigenen halle zu bewundern.


nydambootnydamboot
links gut zu erkennen die planken und spanten - rechts eine keipe für die ruder

  das eichenboot ist etwa 24 meter lang, knapp 3,5 meter breit und zwischen 1,20 bis 2,20 meter hoch an den seitenwänden. Es bot bis zu 45 seeleuten platz, von denen etwa 36 ruderten. Das wesentliche und besondere an diesem boot ist die bauweise. Es ist eines der ältesten boote in klinkerbauweise. Die planken wurden dachziegelartig übereinander angeordnet und mit eisennnägel verbunden. Diese vernieteten die bootsbauer im inneren mit eisenplättchen. Auf das dollbord setzte man die keipen oder dollen. sie wurden mit hanfseilen befestigt. Da das heck und bug gleich aufgebaut war, konnte man die keipen drehen und so das boot auch in der nun gedrehten weise rudern. die pfähle mit den geschnitzten männerköpfen, ca. 1,5 meter hoch, hat man vermutlich an der bordwand befestigt, sollten feinde abgeschreckt werden. Das boot zu segeln war nicht möglich. Es war zwar hochseetüchtig, aber mit 70 zentimetern tiefgang und mit aus einer planke gearbeitetem kiel, ließ das segeln nicht zu.

nydambootnydamboot
der blick übers vorschiff zeigt die geschnitzten Köpfe - rechts das steuerruder


  so war es vermutlich das urschiff der wikinger, die damit auf expansionstour gingen und um darüberhinaus ihre truppen in die gebiete zu transportieren, die die jungs noch erobern wollten.

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der holm

eine fischersiedlung an der schlei

  auf dem weg zum schleswiger holm, nur wenige hundert meter vom schloß gottorf entfernt, liegt inmitten der altstadt schleswigs der st. petri dom. Hier möchte ich einen blick auf den brüggemann altar werfen. dieser Altaraufsatz, 12,5 mal 7 meter groß, besitzt 400 geschnitzte figuren und ist sicherlich damit einer der berühmtesten altäre in europa. Einst stand dieser in einem stift in bordesholm. Die geschichte unseres landes ist geprägt vom wandel der herrschaften, die es regierten. Ich lese in den informationsblättern des domes, daß herzog friedrich mit seiner gemahlin anna diesen altar für ihre grabstelle im bordesholmer stift haben schaffen lassen. Seine frau verstarb, das stift aufgehoben, der herzog wurde könig von dänemark und zog nach schleswig auf das schloß gottorf. Nachdem auch der könig verstarb, fand er seine letzte ruhe im dom zu schleswig. sein nachfolger herzog christian albrecht ließ daher den altar nach schleswig in die nähe seines stifters überführen.


altar der brüggemannaltar/auschnitt mit christi kreuztragung
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  ich komme aus dem staunen nicht raus. Was für ein meisterwerk. Heute drückt man auf einen knopf und man jubelt über dreidimensionale teile aus einem drucker. Steht man allerdings vor einem solchen werk, da verstummt man vor begeisterung. Es sind schließlich fünfhundert jahre her, daß brüggemann seine messer an eichenhölzer führte und die figuren schnitzte. ich übernehme von heinrich b., wanderer, kommst du nach schleswig, schaue dir diesen altar an!
  nun aber auf zu einer der ältesten fischersiedlungen an der schlei. sie wurde schon um 1000 erwähnt und liegt wenige schritte vom dom entfernt. Der holm. Und schon kommt dänemark wieder ins spiel. Holm bedeutet im dänischen soviel wie 'kleine insel' oder 'vom wasser umgeben'. so lag der holm bis 1933 tatsächlich wie eine kleine insel in der schlei. eine kleine fußgängerbrücke verband sie mit dem festland.

suederholm fischerhaus an der süderholmstraße/blick zurück auf den schleswiger dom
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fussamholm
hinunter den 'fuß am holm' zum könschnack
fußamholm
hier liegen die kleinen boote wie seit hunderten von jahren
  dicht ans wasser wurden die häuser gebaut, um den weg des frisch gefangenen fisches zum kunden kurz zu halten. Das fangrecht auf der schlei wurde schon um 1480 ausschließlich den fischern vom holm verbrieft. In der süderholmstraße liegen die häuser mit ihren grundstücken direkt an der schlei. Jahreszahlen an den giebel zeugen von den wiederaufbauten im 18. Jahrhundert. Reetgedeckt waren vormals die häuser und einige brände hatten sie fast vollständig zerstört. Eine enge gasse, 'fuß am holm', führt hinunter ans wasser. Hier liegen sie noch, die kleinen fischerboote, werden die netze zum trocknen aufgehängt. Und genau hier, am ende der 'fuß am holm', trifft man sich täglich um halb sechs am abend zum klönschnack. Auf plattdeutsch, versteht sich.

  zurück auf die süderholmstraße stehe ich nun vor einem farbigen rund, inmitten eine schneeweiße kapelle. Die straße führt um dieses idyll herum, die häuser dicht an dicht. Umschlossen wird die kapelle von einem gartenähnlichen friedhof. Alle gräber frisch mit blumen geschmückt. Farbenfroh. Hierauf können sich für einen kleinen jahresbeitrag die gildemitglieder einen kostenlosen ewigen schlafplatz sichern. Die holmer fischergilde 'holmer beliebung' nennt die kapelle von 1876 ihr eigen. Gegründet wurde die gilde 1650 als bund gegen krieg und krankheit. Hier kommt kein gedanke an trauer hoch. Kinder spielen auf der straße, man trifft sich auch hier am friedhofszaun zum klönschnack.

kapelle die holmkapelle mit dem wunderschönen friedhofsgarten
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suederholm alte fischerhäuser an der süderholmstraße - blick über die schlei nach haithabu
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von hier geiht dat trüch op de eerste siet, för de achte bruuk ick noch een beeten tiet.
übersetzung für eine saarländische freundin und all denen, die der norddeutschen sprache nicht mächtig sind:
>von hier geht's zurück auf die erste seite, für die achte brauch ich noch etwas zeit.<