subna hus

submeine heimatstadt

subgästebuch

subimpressum

subnewsletter

meine heimatstadt

neustadt in holstein
streifzug durch die stadtgeschichte - eine kleine runde durch die stadt - meine alten fotos vom hafen

stadtwappen-neustadt

panorama
aufgenommen vom hage-turm während des fischeramtfestes 2016

streifzug durch die stadtgeschichte.  nun wohne ich schon weit über vierzig Jahre nicht mehr in dieser Stadt. Und doch zieht es mich jedes Jahr zum Besuch ‚nach Hause', dorthin, wo meine Wiege stand. Nach Neustadt in Holstein, einem kleinen, ehemals wichtigen Fischerstädtchen in der Nähe Lübecks. 1244, von Graf Adolf von Holstein als Nyge Crempe gegründet, dann Nyestad, die neue Stadt von Altenkrempe, der im Landesinneren am Naturschutzgebiet Birnenwasser gelegenen alten Gemeinde. Dort, nahe der Milchstraße, findet man heute noch die Backsteinbasilika aus dem Jahr 1140.

basilika
altenkrempes backsteinbasilika

  oldhenkrempe oder Crempene wurde 1197 als Konkurrenz zum Handelsplatz Lübeck gegründet. Der alte Hafen versandete aber recht schnell und man orientierte sich weiter in Richtung offene See. Hundert Jahre später gewann nun die neue Stadt durch den natürlichen Hafen mit einer Anbindung ans Meer schnell an Bedeutung. Während der Hanse, Neustadt gehörte nicht diesem Kaufmannsbund an, konnte die Stadt Handel mit den Ostseeanrainern treiben, ohne die damals wichtigen Stapelrechte zu beachten. Ein solches Stadtrecht verlangte von vorbeiziehenden Fernhändlern, ihre Waren für einen Zeitraum, mindestens drei Tage, in der Stadt zu stapeln und somit den Bürgern anzubieten. Nicht jeder Fernhändler wollte dieses aus Zeitgründen. Händler mit Frischware ebenso. Somit war Neustadt für die ausländischen Segler als Handelsplatz höchst attraktiv.

fischereigenossenschaft
das neue fischeramt mit dem netztrockenplatz

  im 17. Jahrhundert ließen sich die ersten Schiffbauer nieder, Berens und Marselis, um hier Fracht- und Kriegsschiffe für die dänische Krone zu bauen. Neustadt mit seinem Naturhafen eignete sich hervorragend zum Bau dieser Werft. Außerdem bot das Umland reichlich Holz für den Schiffbau, bedenkt man, daß für ein Schiff seiner Zeit etwa drei- bis fünftausend Eichenstämme benötigt wurden.

traditionssegler
traditionssegler an ihren liegeplätzen

  neustadts Fischerei, Deutschlands älteste Fischerinnung besteht hier seit 1474, und der Handel mit den an der Ostsee liegenden Staaten ließen die Stadt auch mehrere Brände und Seuchen überstehen. Nicht nur der stetige Handel, auch Kulturveranstaltungen wie heute die Europäische Trachtenwoche trugen zur Völkerverständigung bei. Und so darf sich Neustadt, nach der Verleihung der Europafahne im Jahr 1969, Europastadt nennen. Wenige Jahre später, 1973, erlangte Neustadt mit Pelzerhaken und Rettin die staatliche Anerkennung als Ostseebad. Ein kilometerlanger Südstrand lädt hier zum Entspannen ein, zum Sonnenbaden, Surfen oder Sandburgen bauen. Surfcity in Pelzerhaken ist seit über 10 Jahren beliebter Anlaufpunkt für die Kite Surfer. Erst letztens sah ich verwegene Surfer bei null Grad über die Ostsee preschen.

pelzerhaken pelzerhaken wartet auf seine gäste
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  so ist Neustadt heute sicher als Urlaubs- und Kulturort weit über seine Stadtgrenzen bekannt. Schon in meiner Jugend erzählte man sich die tollsten Geschichten über Neustadts ´Einwohnerzahlen´ im Sommer. Ein Mehrfaches der Stammzahlen war es sicher. Neustadt liegt an der Vogelfluglinie, der kürzesten Verbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen. Auf der A1 in Richtung Norden, über den Kleiderbügel, scherzhaft wird so von uns die Fehmarnsundbrücke genannt, geht's in den Fehmarner Fährhafen Puttgarden, von dort in einer knappen Stunde nach Rødby auf Lolland, Dänemark. Eine feste Querung über den Belt ist von beiden Staaten beschlossen worden und soll in den nächsten Jahren in Bau gehen.




ein stadtspaziergang.   solltet ihr in der Nähe sein, so nehmt euch doch ein paar Stunden und stromert durch die Gassen und engen Straßen. Viele Gebäude sind zwar durch Stadtbrände zerstört worden, aber ihr werdet sie finden, die Zeitzeugen. Hiermit führe ich euch auf einen kleinen Törn durch die Innenstadt.
nachdem das Brückentor Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, erstellte man davor das Brückengeldeinnehmerhaus. Auf den Brückenzoll wollte man nämlich nicht verzichten. Jeder Besucher der Stadt, ob Mensch ob Tier mußte ihn hier entrichten.

brueckengeld
das brückengeldeinnehmerhaus - zollstation bis in die 30er jahre

  geht die Brückstraße hoch zum Markt. An die Südseite des Marktes grenzt die Stadtkirche. Das älteste Gebäude Neustadts wurde ab 1238 als dreischiffige Hallenkirche errichtet. Später durch Anbau des Westturms und Innenumbau zur Stutzbasilika umgestaltet. Das Vorbild dazu lieferte übrigens St. Marien zu Lübeck. Gegenüber der Kirche steht das Rathaus von 1820. Nach einem Stadtbrand im Jahr 1817 zerstört, errichtete Maurermeister Cay H. Prüß hier den neuen Bau.

neustadtmarkt stadtkirche und rathaus, jeweils in der bildmitte der europabrunnen
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  auf dem Weg dorthin gelangt man mit wenigen Schritten zur alten Stadtapotheke. Kaspar Merwitz wird als erster Inhaber vom 16. Juli 1687 genannt. An vielen Häusern sind heute Tafeln angebracht, die etwas aus seiner Geschichte erzählen. Etwa über Carl Friedrich Trahn, seines Zeichens der bedeutendste Mühlenbaumeister im norddeutschen Raum. Als junger Zimmermann ließ er sich in Neustadt nieder, errichtete neben der Apotheke am Markt sein Wohnhaus. Er baute den Pagodenspeicher und gab der Stadtkirche ihre neue Turmspitze. Meister wurde er durch den Bau der Mühle zu Schönwalde. Bis zu seinem Tode im Herbst 1888 sollten es dann rund einhundert Mühlen werden, dazu zählt auch die Ol Moder Grau zu Eutin.

neustadtapotheke die alte stadtapotheke und das wohnhaus c.f.trahns, davor das fischerdenkmal von serge mangin
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  zwischen Rathaus und Apotheke findet ihr auf dem Markt das Fischerdenkmal von Serge Mangin. Die Reederei Deilmann stiftete es 1994 der Stadt zu ihrem 750. Geburtstag. Von hier aus könnt ihr schon das Kremper Tor sehen. Unterwegs dorthin kommt ihr an einem im Jahr 1820 errichteten Haus vorbei, dem heutigen Lienau-Stift. Mit 22 Jahren kam der junge Kaufmann Jacob Lienau nach Neustadt und eröffnete mit diesem Haus seinen ersten Laden. Als Getreidehändler gelangt er zu solch Reichtum, daß er sich und seiner Familie einen prächtigen Wohnsitz mit Park Eingangs Neustadts bauen ließ. Durch sein soziales Engagement wurde er noch zu Lebzeiten der erste Ehrenbürger der Stadt. 1911 schenkte sein Sohn, Robert Lienau, dieses Haus der Stadt. Das Lienau-Stift sollte "Hilfsbedürftigen und Würdigen Bürgern Neustadts durch Bereitstellung preisgünstiger Wohnungen unterstützen", so die Worte der Satzung.

brueckengeld
das lienaustift in der kremper straße

  folgt der Kremper Straße weiter in Richtung Tor. Hier steht das letzte aus dem Mittelalter übrig gebliebene ehemaligen drei Stadttore Neustadts. Unser schönes Kremper Tor. Übrigens neben dem Lübecker Holstentor eines der letzten mittelalterlichen Stadttore in Holstein.

krempertor das tor von der stadt- und feldseite aus gesehen
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  wendet den Blick nach rechts und ihr steht vor dem ehemals Fürstlichen Hof. Das Gebäude gehörte ehemals zu einer landwirtschaftlichen Anlage in der Neustädter Feldmark. Vom Feuer zerstört wurde 1818 nur das heutige Vorderhaus wiederaufgebaut. Nach einer Renovierung 1997 nutzen heute Stadtarchiv und Volkshochschule die Räume. Links vom Tor, das ehemalige Kreismuseum von 1908. Heute als Zusammenspiel mit dem Kremper Tor und dem Cap Arcona Museum als zeiTTor ein Platz, die Geschichte der Stadt in Bild und Ton zu erleben.

hofmuseum der ehemals fürstliche hof und das kreismuseum in der nähe des tors
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  entlang der ehemaligen Stadtgrenze, dem Haakengraben, gelangt ihr hinunter zum Binnenwasser. Dieses Brackwasser, Mischung zwischen Süß- und Salzwasser, ist seit 1984 zum Teil Naturschutzgebiet und bietet Wasservögeln einen geschützten Rastplatz. Haltet euch am Binnenwasser links und ihr steuert gerade auf den Pagodenspeicher zu. Carl Friedrich Trahn baute diesen um 1830. Typisch seine Lüftungsluken, um das eingelagerte Korn trocken zu halten.

binnenwasser dam binnenwasser - der pagodenspeicher nahe der hafenbrücke
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  wenige Schritte und ihr seid wieder am Hafen, ein wichtiger Teil der Stadt. Im Kommunalhafen wird heute vorwiegend Getreide umgeschlagen. Bis zu 130.000 Tonnen Güter werden pro Jahr verladen. Auch Marine und Bundespolizei See sind hier stationiert, Freizeitkapitäne liegen hier mit ihren Jachten. Durch die ZDF - Sendungen der Küstenwache und des Traumschiffs der Reederei Deilmann kennt ihr sicher die eine und andere Aufnahme vom Hafen.

hafen am neustädter hafen
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  von der Brücke aus seht ihr auf der rechten Seite zwei historische Häuser. Kaufmann Adam Jansen hat dort 1848 den Horn'schen Speicher errichten lassen. Gleich rechts daneben den alten Neustädter Wasserspeicher. In beiden Gebäuden haben sich heute Restaurants etabliert. Auf der linken Hafenseite geht ihr in Richtung alter Fischhalle. Nicht mehr in Gebrauch sollte sie abgerissen werden.

hafenspeicher die fischerhalle und der horn'sche speicher
mouseoverbild, bitte den mauszeiger übers bild führen

  doch Familie Klüver pachtete das Gebäude und mit Sohn Olaf wurde eine Privatbrauerei mit Gastwirtschaft verwirklicht. Heute ist der ‚Klüver' ein echter Treffpunkt am Hafen. Auch ich freue mich dort immer auf eine Fischpfanne mit einem frisch gezapften. Vorbei am Traditionsfischerhafen, dann seid ihr am Jungfernstieg mit dem Sportboothafen mit über 280 Liegeplätzen in direkter Stadtnähe.

jungfernstieg
blick vom jungfernstieg zur hafeneinfahrt

  ein weiterer Sportboothafen ist vor Jahren in der Wiek angelegt worden, die Ancora Marina. Mit über 1400 Liegeplätzen ist sie die größte private Marina an der Ostseeküste, eine der größten Europas. Die Versorgung dort ist hochmodern. Man findet dort Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sowie die Schiffsversorgung mit Treibstoffen. Appartements stehen für Übernachtungen zur Verfügung. Für eine Stippvisite schippert euch in 15 Minuten ein Wassertaxi von der Hafenbrücke aus dorthin.
  auf dieser kleinen Runde durch die Stadt findet ihr sicher noch im Stadtkern die verträumten Plätze und Gassen. Mischt euch am Hafen unter das bunte Treiben, wandert den Jungfernstieg herunter bis zu den Liegeplätzen der Jachten. 2005 ist die neue Jungfernstiegpromenade eingeweiht worden. Entlang dieser Promenade entstand hiermit auch der Kunstkilometer bis hinunter zum alten Rundhafen vom Neustädter Segler Verein. Hier können nun Schleswig-Holsteiner Künstler ihre Skulpturen und Plastiken an eigens ausgesuchten Plätzen präsentieren.
  seid ihr gut zu Fuß, dann laden kilometerlange Wege an der Küste über Sandstrand und Steilküste zum Wandern ein. Radfahren ins Hinterland bringt euch auf die verstreuten Holsteiner Gutshöfe, die in ihren Hofläden feines aus der Region anbieten
...vergeßt nicht, die Stadt von mir zu grüßen.

abendwasser



meine alten fotos vom hafen.   kürzlich stöberte ich in meinen alten negativen aus der guten alten analogfotogafie. ich fand zwei filmstreifen ilford fp4, die ich umgehend einscannte und hier ist das ergebnis.
die fotos entstanden ende der 60er, anfang der siebziger. im hafen liegen die fischkutter noch in päckchen, eisenbahnloren laufen noch bis zum hornschen speicher, am alten fischeramt trifft man sich wie heute. vor der glücksklee liegen zwei erste schiffe der deilmann reederei, der pagodenspeicher dämmert im halbschlaf und vor dem heutigen restaurant krabbes erkenne ich noch die alte fischbude, in der ich auf dem heimweg von pelzerhaken mir oft junge bundaale für ne mark kaufte. in einer weiteren bude kostet die fischfrikadelle mit kartoffelsalat drei mark fünfzig.
kennt jemand von euch neustädtern den alten fischer, der an bord sein netz in ordnung bringt? vielleicht einen der alten, die sich zum klönschnack vor dem fischeramt trafen?

  ulla und kalle - habt recht herzlichen dank für eure recherchen. der fischersmann, der an bord sein netz untersucht ist willy dannenberg. zwei von den dreien auf der bank vorm fischeramt haben jetzt auch schon einen namen: von links - willy schwarz, dann kuno geberbauer. am dritten namen wird noch fleißig gearbeitet.

ein mausklick in das vorschaubild vergrößert dieses, ein klick in die vergrößerung schließt es wieder.




  solltet ihr nun neugierig auf das 'alte' neustadt geworden sein, so empfehle ich euch die seite von thomas schwarz. er ist wahrlich sammler und jäger auf diesem gebiet. tausende fotos erwarten euch zum stöbern, entdecken und wundern auf seiner seite mit den erinnerungen an neustadt in holstein. auch ich habe mich schon auf drei aufnahmen aus den sechzigern gefunden.

schwarz
erinnerungen an neustadt in holstein



seid ihr auch in der großen community unterwegs? hier der link zu seiner seite.

grafik